Volumen 17, Anzahl 4, 15 Oktober 2011
Volumen 17, Anzahl 4, 15 Oktober 2011
Volumen 17, Anzahl 4
Neue wissenschaftliche Publikation - Lieferung begann am 15. Oktober 2011
Michel Bariche: First record of the cube boxfish Ostracion cubicus (Ostraciidae) and additional records of Champsodon vorax (Champsodontidae) from the Mediterranean, pp. 181-184
Zusammenfassung
Ein Exemplar des indo-pazifischen Gewöhnlichen Kofferfisches Ostracion cubicus sowie zwei Exemplare des indo-pazifischen Krokodilzahnfisches Champsodon vorax wurden vor der Küste Libanons gefangen. Damit gibt es eine erste Aufzeichnung eines Kofferfisches in der Gegend und eine Bestätigung einer Population des Krokodilzahnfisches im Mittelmeerraum.

The first specimen of the cube boxfish Ostracion cubicus Linnaeus, 1758, from the Mediterranean Sea. Photo by A. Finge
Xchel G. Moreno-Sánchez, Casimiro Quiñonez-Velázquez, Leonardo A. Abitia-Cárdenas and Jesús
Rodríguez-Romero: Diet of the Pacific sierra Scomberomorus sierra (Perciformes: Scombridae) in two areas of north-west Mexico coast, pp. 185-192
Zusammenfassung
Zum ersten Mal beschreiben wir hier das Nahrungsspektrum der pazifischen Sierra-Makrele Scomberomorus sierra von zwei Gebieten im Nordwesten Mexikos. Wir haben insgesamt 178 Mägen untersucht, 131 aus Mazatlan, Sinaloa, und 47 aus Bahia Almejas, Baja California Sur. Zur Gewichtung der Hauptbestandteile wurde der Index relativer Wichtigkeit (IRI) berechnet. Aus dem Ergebnis geht hervor, dass in diesen Gebieten S. sierra als opportunistischer fischfressender Beutegreifer lebt und hauptsächlich Fischarten erbeutet, die dichte Schwärme bilden (Familien Clupeidae und Engraulidae), und dass zu kleinerem Anteil auch Kopffüßer für diesen wichtigen Sport- und Handelsfisch an der Nordwestküste Mexikos von Bedeutung sind.

Scomberomorus sierra from the market, undergoing dissection for stomach contents. Photo by X. G. Moreno-Sanchez
Farooq A Ganai, A. R. Yousuf, N. K. Tripathi: First report on the karyological analysis of the Churru snow trout, Schizothorax esocinus (Teleostei: Cyprinidae), from the River Jhelum, Kashmir, pp. 193-198
Zusammenfassung
Untersucht wurden Karyotypus und chromosomale Merkmale der Churru-Schneeforelle Schizothorax esocinus (Heckel) vom Jhelum-Fluss in Kaschmir. Die Untersuchung von 80 Äquatorialplatten (der Metaphase) ergab, dass dieser Fisch eine Chromosomenzahl von 2n = 98 und eine Fundamentalzahl von Chromosomenarmen (FN) = 150 aufweist. Der diploide Satz umfasste 15 metazentrische Paare, 11 submetazentrische Paare, 5 subtelozentrische Paare und 18 telozentrische Paare (30m + 22Sm +10St + 36t). Die Gesamtlänge des haploiden Satzes erreichte 228,8 µm, mit einer Bandbreite von 2,5-8,1 µm zwischen dem kürzesten und dem längsten Chromosom. Die Verhältniszahl der Arme reichte von 1-∞, der Zentromer-Index von 0-50. Heteromorphe Geschlechtschromosomen wurden nicht gefunden. Die vorliegende Studie ist die erste, in der die Chromosomenmerkmale von Schizothorax esocinus vom Kaschmir-Tal beschrieben werden.

Schizothorax esocinus in lateral view. Photo by F. A. Ganai
Brett A. Human: Description of a unique catshark egg capsule (Chondrichthyes: Scyliorhinidae) from the North West Shelf, Western Australia, pp. 199-209
Zusammenfassung
Bei einer gründlichen Nachuntersuchung der Referenz-Sammlung von Knorpelfischen im Westaustralien-Museum wurden mehrere Reihen von bisher unbeschriebenen Katzenhai-Eikapseln (Chondrichthyes: Scyliorhinidae) gefunden, die wegen ihrer andersartigen Ausgestaltung zunächst nicht einer bestimmten Gattung zugeordnet werden konnten. Diese Eikapseln zeigen sonst nicht vorkommende gut ausgebildete Leisten, die in Längsrichtung der Eikapsel verlaufen und im Querschnitt eine T-Form zeigen; eine der Eikapseln enthält einen Embryo. Die Eikapseln und der Embryo werden genau beschrieben und mit denen anderer Gattungen australischer Katzenhaie verglichen. Der Gesamtgestaltung des Embryos nach dürften diese Eikapseln zur Gattung Apristurus Garman gehören, so die Arbeitshypothese. Es gibt zwei in Frage kommende Arten der australischen Gattung Apristurus, deren Eikapsel bisher unbekannt ist und denen diese Eikapseln womöglich zuzuordnen sind. Geht man von der Gesamtgestaltung des Embryos aus, könnte es sich aber auch um eine bisher unbeschriebene Art handeln.

Embryo (WAM P.30047-001; 27 mm TL) in ventral aspect with attached yolk sac. Photo by B. A. Human
Eugenie Clark, Diane R. Nelson, Mary Jane Stoll and Yasumasa Kobayashi: Swarming, diel movements, feeding and cleaning behavior of juvenile venomous eeltail catfishes, Plotosus lineatus and P. japonicus (Siluriformes: Plotosidae), pp. 211-239
Zusammenfassung
Jungtiere der giftigen gestreiften Korallenwelse Plotosus lineatus und Plotosus japonicus wurden in Papua-Neuguinea, an den Salomoninseln, in Indonesien, bei Mabul (Malaysien), in Japan und im Roten Meer mit Hilfe von Tauchgeräten erforscht. Dutzende bis Tausende dieser Jungfische bilden Schwärme oder „Bälle” und berühren einander oft dabei, was untypisch ist für Fisch-Schulen, bei denen die benachbarten Einzeltiere zwar dicht beieinander schwimmen, sich aber nicht berühren. Nahrung suchende Schwärme können über dem Sand weite Strecken zurücklegen und bewegen sich dabei walzenartig, indem die hinteren Fische immer wieder beschleunigen und die vorderen überholen. Die führenden Fische prüfen den Sand mit ihren Kopfbarteln, um Nahrung zu finden. Über Algenbetten und Korallenriffen schwimmen die Welse in kleineren und loseren Verbänden. Den Schwärmen folgen oft andere Meerestiere: Garnelen, Rasiermesserfische (Aeoliscus strigatus), gebänderte Seifenfische Diploprion bifasciatum oder Kugelfische Arothron manilensis, die oft in den Schwarm eindringen und mit ihm zusammen Nahrung aufnehmen. Riffbarsche, die ihre auf Pfählen oder Felsen abgelegten Eier bewachen, greifen vielfach Plotosus-Schwärme an und jagen sie fort. An der Izu-Halbinsel, Japan, zeigen junge P. japonicus Putzverhalten am Kofferfisch Ostracion immaculatus, am Zebramorwong Goniistius zebra und an der Muräne Gymnothorax kidako, bei der sie den Kopf und die Innenseiten des Mauls säubern. Die Jungen von Plotosus lineatus zeigen auch innerartliches Putzverhalten. Das fakultative Putzverhalten scheint sich aus zufälligen Begegnungen zu entwickeln, Putzstationen werden nicht gebildet. Die Schwärme aus jungen Plotosus-Fischen können sich bei der Nahrungsaufnahme vom Sand Hunderte von Metern in einer Stunde bewegen. Kurz vor dem Sonnenuntergang ziehen sie sich für die Nacht unter einen Riffvorsprung oder in ein Artefakt (z.B. Pfahlhöhlung oder Autoreifen) zurück, wobei nicht zwingend jede Nacht derselbe Rückzugsort aufgesucht und die Wohnhöhle erwachsener Fische gemieden wird. Nach Erscheinungsbild und Schwarmverhalten sind jugendliche Pholidichthys leucotaenia als Batessche Mimikry der giftigen Plotosus lineatus aufzufassen.
Abstract | Full Text | PDF (1,7 MB)

Three specimens of Plotosus lineatus from Group A, Vea Vea, Lolobau Island, PNG
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